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GESCHICHTE DER FERNSEHZUSCHAUERFORSCHUNG

ANFÄNGE DER FERNSEHZUSCHAUERFORSCHUNG 1963-1988

Die erste Phase der Fernsehzuschauerforschung war durch ein begrenztes Sender- und Werbezeitenangebot geprägt und diente in erster Linie der Programmforschung. In der damaligen Bundesrepublik existierten zunächst nur die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Die rechtlich zulässige Werbezeit für öffentlich-rechtliche Sender beträgt damals wie heute 20 Minuten pro Sender/Werktag in der Zeit vor 20 Uhr. Im Jahr des Sendestarts des ZDF, 1963, wurde erstmals ein Institut (Infratam) mit der Durchführung der telemetrischen Fernsehzuschauerforschung beauftragt. Zuvor wurde die Fernsehnutzung in den Haushalten nur im Rahmen von regelmäßig durchgeführten Befragungen ermittelt.
Die Ermittlung des Fernsehnutzungsverhaltens über eine Fernbedienung ("Push-Button"-Verfahren) fand erstmals 1975, bei dem Übergang vom Infratam- zum Teleskopie-System statt. Während Infratam haushaltsbezogene Nutzungsvorgänge auf Basis eingeschalteter Geräte gemessen hatte, bildete Teleskopie erstmals personenbezogene Fernsehnutzung ab. Die Haushaltsmitglieder melden sich mit einer Fernbedienung über Knopfdruck am Messgerät an und ab. Damit war zum ersten Mal die Zuordnung der Fernsehnutzung zu verschiedenen Personen in einem Haushalt möglich.
Durch eine permanente Vergrößerung der Stichprobe wurde kontinuierlich eine zuverlässigere Abbildung des Fernsehverhaltens vorangetrieben. Wurde 1963 die Nutzung von 625 Panelhaushalten erfasst, so standen im Jahr 1985 beim erstmaligen Vertragsabschluss mit der GfK Fernsehforschung 2.688 Haushalte zur Verfügung.
Entwicklung der Fernsehzuschauerforschung (52,2 kB)
Die Situation auf dem Fernsehmarkt änderte sich grundlegend, als im Jahr 1984 die ersten werbefinanzierten Privatsender RTL und Sat.1 auf Sendung gingen und sich die Zahl der Privatsender in den folgenden Jahren durch die zunehmende Verbreitung von Kabel- und Satellitentechnik kontinuierlich erhöhte. Damit vergrößerte sich nicht nur das Programmangebot für die Zuschauer, sondern auch in einem überproportionalen Ausmaß die zur Verfügung stehende Werbezeit. Der Werbemarkt entwickelte sich vom Verkäufermarkt immer mehr in Richtung eines Käufermarktes. Die damalige Auftraggebergemeinschaft reagierte entsprechend, indem sie am 01.07.1986 ein zusätzliches Kabel- und Satellitenpanel von 165 Haushalten errichtete, um die neuen Nutzungswege zuverlässig abbilden zu können.